SURFENDE INFORMATIK-STUDENTEN: Ab ins Bett!

Die Studenten einer indischen Informatik-Hochschule schliefen in den ersten Unterrichtsstunden ein – oder blieben gleich im Bett. Der Grund: Nächtelanges Surfen im Internet. Jetzt griff die Lehranstalt zu drastischen Maßnahmen.

0102070683800.jpg
Computer-Dauernutzer: Surfen bis die Augen zufallen. In Bombay
ist damit jetzt Schluss.

Bombay – Arunda Thosar-Dixie vom Indian Institute of Technology in Bombay war sauer. Immer lichter waren die Reihen in den Morgenkursen der renommierten indischen Hochschule in den vergangenen Wochen geworden: “Die Teilnahme an der ersten Stunde um 08.30 Uhr ging stark zurück. Die Studenten waren nicht aufmerksam, sondern schläfrig, einige haben richtig geschlafen“, beklagte sich Thosar-Dixie.

Die Diagnose der Hochschule war schnell bei der Hand: Die Studenten seien einfach bis spät in die Nacht hinein im Internet unterwegs gewesen. Außerdem, so schreibt die BBC, sollen viele Hochschüler ihren Internetzugang zu alles anderem, nur nicht zu Studienzwecken genutzt haben: Film- und Computerspiel-Downloads, Chatten – und so weiter.

Doch damit ist jetzt Schluss. Nachts jedenfalls. An der renommierten IT-Hochschule gilt jetzt eine neue Regel: Eine halbe Stunde vor Mitternacht wird in den Zimmern der Studenten der Internetzugang abgeschaltet. Nur in den Bibliotheken und Laboratorien ist der Zugang weiterhin 24 Stunden lang möglich. Der Internetzugang, den die Studierenden in den Wohnheimen kostenlos nutzen können, bleibt dagegen bis 12.30 Uhr mittags gesperrt.

Dass ausgerechnet Informatik-Studenten eine Computer-Ruhe verordnet wird, mag bizarr anmuten. Doch die Hochschule in Bombay ist nicht die erste Universität, die das Surfen reglementiert. Am Institute of Technology in Chennai, dem früheren Madras, ist der Internetzugang in den Wohnheimen bereits seit über einem Jahr eingeschränkt. Dort ist der Zugang von ein Uhr nachts bis fünf Uhr morgens gesperrt – aus ähnlichen Gründen.

Früher hatte auch die IT-Hochschule in Chennai mit übernächtigten Surfern zu kämpfen. Seit der Einschränkung des Internetzugangs hat sich dies jedoch geändert. “In meinen Vormittags-Vorlesungen habe ich um acht Uhr jetzt immer eine Anwesenheitsquote von 95 Prozent“, sagte Professor V. G. Idichandy der BBC.

Eine Erfolgsgeschichte, auf die nun auch die Professoren in Bombay hoffen.

may/AP

Quelle: UniSpiegel.de

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.